10. DENK - Düsseldorf (20.03. - 21.03.2000)

Protokoll

 

1               Begrüßung / Organisatorisches

Herr Flügel eröffnete die 10. DENK mit der Begrüßung der Teilnehmer und stellte Herrn Porschen als stellvertretenden Chairman vor. Als weitere Mitwirkende bei der Organisation der DENK begrüßte er Herrn Dr. Karst, Herrn Hoffmann und Herrn Raitz.

Herr Köhler (CA) stellte sich kurz als Leiter von „Support and Consulting“ vor und be­grüßte als CA-Kolleg(inn)en Herrn Edward Glover, Herrn Jan van Kan, Herrn Säckel, Herrn Miltenberger, Frau Kollet und Frau Ritthammer.

2               Vorstellung neuer ENDEVOR-Nutzer

Als neue ENDEVOR-Nutzer konnten begrüßt werden:

Ø             ITERGO Informationstechnologie GmbH  

Ø             GenoRZ

Ø             Commerzbank

Ø             Landebausparkasse Stuttgart

Ø             Landesbank Hessen-Thüringen Girozentral .

3               Neues von CA / Neues zu ENDEVOR

Herr Glover ging in seinem Vortrag auf folgende Punkte ein:

·               CA’s CCM Strategie

·               ENDEVOR/MVS Release 3.8

·               ENDEVOR/OS390 Release 3.9

·               ENDEVOR/OS390 Release 4.0

·               ENDEVOR Workstation

·               Enterprise Change and Configuration Management

·               Zusätze im Web

Die drei Produkte ENDEVOR/OS390, CCC/Harvest und Unicenter TNG bilden die Grundlage der generellen CA CCM Strategie. Die Zielrichtung geht auf Plattform-über­greifende Applicationen, die über Web-Zugriff quasi von überall bedient werden können.

Neue Features von ENDEVOR/MVS Release 3.8 sind haupsächliche der ESI Support für Pa­kete mit unbeschränkter Approveranzahl, eine neue API sowie ACM-Verbesse­rungen und ein CA-Netman Interface. Ferner stehen eine Schnittstelle zu Unicenter TNG, eine optionale PTF Tabelle, zusätzliche Prozessor Symbolics, die Möglickeit der Prozessor­gruppenanzeige auf der Element Selection List sowie die Möglichkeit der SMP/E In­stallation zur Verfügung. Zu den Highlights des Genlevel 9903 gehören die Möglichkeit des QuickEdit Recovery, die Package Option für Quick Edit, PDM Long Record Support, CA Examine Integration sowie verbesserte Footprint Validierung.

ENDEVOR/OS390 Release 3.9 bietet VSAM RLS (Record Level Sharing) Support, Full-Image Delta Format sowie Wegfall der „99999“ Restriktion (Lines of code). Ferner wird die API um den Support für Element Actions und das Element-Locking für Pakete erweitert. Es gibt Element- und Package Prompt Panels (wenn Namen vergessen) und einen ENDEVOR Agenten in Richtung TNG. Überdies ist die Performance von ACMQ deutlich verbessert und die Integration mit CCC/Harvest unterstützt. Das Installieren wird ver­einfacht, es wird eine case sensitive Suchoption geben und ein ESORT-Se­lection List Sort Command (wie man es vom ISPF her kennt). Release 3.9 wird bis Mitte des Jahres Beta.

Für ENDEVOR/OS390 Release 4.0 ist ein Element Katalog geplant und es werden lange Elementnamen unterstützt. Ferner gibt es einen UNIX System Services Support und einen API-Support für Paketaktionen. Herr Glover ging etwas näher auf den Ele­ment Katalog ein: Er ist realisiert als ein neues VSAM KS/DS Dataset pro Site und speichert alle Elemente in allen Stages. Er wird synchron bei Element Aktionen ak­tua­lisiert und wird Basis für zukünftige Features wie „Multiple Signout“ , „Integrated PDM“ und „Automated Notification“. Die langen Elementnamen sind Grundlage für Nicht-Mainframe Typen und die Integration von CCC/Harvest. Sie erfordern einen ei­genen Element Katalog, aber keine MCF Conversion. Auch HFS-Datasets (Hirarchical File System) für UNIX auf OS/390 werden unterstützt durch einen sogenannten File I/O Layer.

ENDEVOR Workstation Release 7.1 ist seit Januar 2000 GA, in diesem Release wurden einige Bugs behoben. Geplant für Release 8.0 ist ein ENDEVOR Workstation Assistent, eine Approve­möglichkeit, ein neues Display Element Reporting Facility sowie eine neue Installation. Ein Upgrade auf Sybase Adaptive Server Anywhere ist erforderlich.

Das Enterprise Change and Configuration Management focussiert sich auf die Platt­formunabhängigkeit, sei es nun UNIX, Windows oder OS/390. Die Admini­stration wird zentralisiert und Zugriff kann über das Web praktisch von überall erfolgen. ENDEVOR-Pakete und Harvest-Pakete können assoziiert werden zu sogenannten Enter­prise-Packages, die nur ausgeführt werden können, wenn beide Seiten approved haben. Herr Glover kündigte Demos auf der CA-World 2000 an und verwies auf das Total Client Care unter der Internetaddresse http://support.cai.com.

4               SCM-Anforderungen des CMM bei der Citibank Privatkunden AG

Frau Hackmann-Peters stellte das CMM (Capability Maturity Model) allgemein vor als Methode zur Messung der Qualität der Softwareentwicklung mit dem Ziel „Pro­duktqualität durch Prozeßqualität“. Das oberste CMM-Level, das ein Unternehmen er­reichen kann, ist das sogenannte „Maturity Level“ mit folgender Untergliederung:

Level 5:                Optimizing

Level 4:                 Managed

Level 3:                 Defined

Level 2:                 Repeatable

Level 1:  Initial

Das SCM (Software Configuration Management)  hat als Ziel die „Integrität der Soft­ware-Produkte über den gesamten Life Cycle“ und will Anworten geben über die ak­tu­ellen Konfigurationen, den Status von Modulen, die Änderungen von Modulen und deren Auswirkungen. SCM ist mehr als nur die Versionierung von Programmen.

Als zentrale Anforderungen des CMM an das SCM bei der Citibank nannte Frau Hack­mann-Peters:

·               Identification:

­       von Konfigurationsobjekten und Konfigurationen durch eindeutige Benennung der Struktur des Softwaresystemes (Prozeßsicht und Produktsicht)

­       Identifizierung der Abhängigkeiten

·               Baselining:

­       Bezugssystem für weitere Entwicklungen

­       Sichern der Arbeitsergebnisse zu angemessenen Zeitpunkten

·               Configuration Change Control:

­       definierter Änderungsprozeß mit Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten

­       Impactanalyse, Konsistenz und Abhängigkeiten

­       Tracking von Änderungsanforderungen bis zur Durchführung

·               Status Accounting:

­       Übersicht über die aktuelle Baseline für alle

­       Verfolgung von Änderungen durch den gesamten Life Cycle

­       Protokoll über Status und Historie der KM-Objekte und ihrer Änderungen

·               Software Library mit Änderungskontrolle und Zugriffsschutz

5               ENDEVOR-Release-Wechsel bei der C&N

Die C&N Touristic AG ist eine gemeinsame Tochter der Lufthansa und Karstadt-Quelle AG., mit je 90 % Beteiligungen an der NUR TOURISTIC GmbH und der Condor Flug­dienst GmbH.

Herr Porschen stellte kurz die ENDEVOR-Umgebung bei der C&N vor: Den Ent­wicklern stehen für den Normalfall zwei Environments Q (Qualitäts Sicherung) und  P (Produktion) zur Verfügung, die durch die Map Q1 ð Q2 ð P1 ð P2 verbunden sind. Parallel dazu gibt es für den Notfall ein weiteres Environment Z mit der Map Z1 ð Z2 ð P2. Die Entwickler nutzen ENDEVOR über eine eigene Benutzeroberfläche.

Die Prozessoren stehen in den Stages Q2 (deren Prozessor-Lade­bi­bliothek mit dem System CFG verknüpft werden) und P2 (diese Pro­zessor-Ladebibliothek wird vom Sy­stem NUR verwendet).

Bei der Vorbereitung für ein neues ENDEVOR-Release bei C&N Touristic AG werden zunächst für das Test-ENDEVOR die neue C1DEFLTS generiert und neue MCFs an­ge­legt. Anschließend werden neue Dateien für Prozessor-Includes, -Source, -Load und Pro­zessor-Listing angelegt.  Aus dem produktiven ENDEVOR werden mittels Build-SCL alle Systemdefinitionen ausgelesen und in das Test-ENDEVOR eingespielt. Hier­nach wird die Test-Prozessor-Ladebibliothek aus der produktiven kopiert, die Pro­zes­soren selbst über Archive/Restore in das Test-ENDEVOR eingespielt und ENDEVOR-Batch-Jobs mit neuer Conlib / Authlib als Steplib versehen. Ferner werden in alle nö­tigen REXXen und Skeletons die neuen Bibliotheken zum Testen eingebaut.

Beim Test selbst wird sowohl auf dem Normal- als auch auf dem Notfall-Pfad je Typ und Prozessorgruppe ein Element bis nach P2 geschoben, sowohl Batch als auch online. Ferner wird der Prozessorgruppenwechsel, häufig benutzte Reports sowie Transfer, Ar­chive und Restore getestet.

Nach erfolgreichem Test werden die Test-Elemente wieder gelöscht bzw. archiviert und Prozessor-Änderungen gegenüber dem produktiven System abgeglichen. Vor der Mi­gration werden die Bibliotheken des produktiven ENDEVOR gesichert und die Be­nutzeroberfläche abgeschaltet. Der Inhalt der produktiven Bibliotheken wird gelöscht und der Inhalt der Test-Bibliotheken in die produktiven Bibliotheken kopiert. Evtl. Än­de­rungen an Prozessoren werden produktiven ENDEVOR nachgezogen. Nach exem­plarischem Durchspielen eines Musterfalles wird die Benutzeroberfläche wieder freige­geben.

6               Totale Transparenz der Applicationen

Herr Schröder von der Allen Systems Group, Inc., stellte das Produkt ASG-Vista (Cross-Referenz mit Windows-Oberfläche) vor, mit Hilfe derer eine weitgehend komplette Übersicht erzeugt werden kann, wie die Applicationen und Systeme verbunden sind und wie sie zusammenarbeiten.

Mit Hilfe sogenannter Daten-Collectoren werden die bestehenden Sourcen wie z.B. Daten­banken, Jobs, Dateien, Transaktionen und Schedulers eingesammelt, ge­scannt und analysiert und in einer gekapselten ORACLE-DB gespeichert. Über eine GUI, ähn­lich dem "Windows-Explorer" können die Informationen dann visualisert werden. Da die Sourcen, zwar graphisch aufbereitet, auch editiert werden können, ist eine Transfer­möglichkeit zurück auf den HOST vorgesehen.

Es ist geplant, neben der Mainframe neue Plattformen wie z.B. UNIX, VSE und Win­dows zu integrieren. Ferner sollen die Produkte JCLPREP, Source­Save, PVCS und MMR/CMR integriert und ein Anschluß an das Web realisiert werden.

7               Anregungen / Kritik zur Denk

·               Protokolle etc. sollen demnächst nur noch per E-Mail verschickt werden.

·               Ein Mail-Briefkasten des DENK-Vorstandes sollte eingerichtet werden.

·               Eine Homepage gibt es bislang nur unter den CA-Usergroups, geplant ist eine ei­gene.

·               Die Anregung, mehrere parallele Sessions anzubieten (technische<->metho­dische), wurde zunächst mehrheitlich abgelehnt, sollte aber bis zur nächsten DENK nochmals überdacht werden. Es wurde der Vorschlag gemacht, wahlfreie Vorträge evtl. an den Anfang oder das Ende der DENK zu legen.

·               Es sollten auch Themen vorgestellt werden, die über das Kernthema ENDEVOR hinausgehen (wie etwa CCM im Client/Server-Umfeld und ähnliches).

·               Die DARs sollten wieder aufgenommen werden, sofern sich jemand dazu bereit erklärt, diese zu verwalten.

8               Referenzkunden-Programm von Computer Associates

Frau Kollet stellte sich kurz als Leiterin des Referenzkunden-Programms von CA vor. Weltweit gibt es etwa 4800, in Deutschland rund 80 Referenzkunden. Frau Kollet ging näher auf die Möglichkeiten ein, wie man als Referenzkunde von CA auftreten kann und wie man auf diese Weise sogenannte Bonuspunkte sammeln kann.

Unterlagen fürs Referenzkunden Programm finden sich unter www.denk-online.de.

9               Vorstellung der Implementierung u. eigenen Oberfläche incl. Distribution bei der Landesbank Hessen-Thüringen

Herr Thiele stellte die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) kurz als Kopfinstitut der hessischen und thüringischen Sparkassenorganisationen vor. Etwa 200 Mitarbeiter ent­wickeln in Mainframe und Client/Server-Bereich Software. Als Kernel des  CCDM (Change-, Configuration- and Distribution-Management) wird ENDEVOR/MVS 3.72 genutzt, Natural-Objekte werden mit dem Zusatztool E/Nat 2.1.1 verwaltet. Für die C/S-Elemente wird CCC/Harvest genutzt.

Als Ziele des CCDM nannte Herr Thiele:

·               Erhöhte Flexibilität durch schlanken Entwicklungsprozess

·               Verringerte Fehlerquote in Produktion

·               Höhere Transparenz während des Lifecycles

·               Nutzung von Standardsoftware

·               Ablösung einer Eigenentwicklung

Herr Thiele stellte kurz den Entwicklungsprozess (Stages und Maps) vor. Neben einem Hauptentwicklungs-Zweig, bestehend aus 4 Stages auf dem Entwicklungsrechner und 3 Stages auf dem Produktionsrechner, existieren ein Notfall-Zweig (zwei Extra-Stages) und ein Parallel-Zweig (zwei weitere Stages).

Der erste Compile der Sourcen erfolgt schon außerhalb ENDEVORs mittels  Proze­duren in private Loadlibs. Um Elemente aus ENDEVOR zu retrieven, wurde eine eigene Funktion Holen geschaffen. Dabei wird zusätzlich ein Batch-Job abgeschickt, der ein Transfer aus Produktion zurück in die erste Stage ausführt.

Für den ADD wurde eine weitere Funktion Einstellen geschaffen, bei der zwar die La­demodule außerhalb ENDEVORs gelöscht werden, jedoch nicht die Sourcen. Kon­text­bezogene Online-Hilfen auf den Panels stehen den Entwicklern zur Verfügung.

Ein weitere Funktion wurde mittels Neu-Definieren geschaffen, wobei ein Element­name mittels eines Dummy-Objektes reserviert wird. Bei der Namensvergabe finden Prüfungen statt.

Die Funktion Verschieben ist zu verstehen als Move eines ganzen Auftrages (mittels eines temporären Paketes wird auch ein CAST durchgeführt. Bei Natural wird das PreDict zu Hilfe genommen). Bei der Funktion Verschieben zur Freigabe wird Paket­ver­arbeitung genutzt, jedoch nicht die Approve-Funktionalität. Der Schutz der Ak­tionen er­folgt hier über RACF. Bei der Ausführung wird eine zusätzliche Element-Liste zur au­tomatischen Nachgenerierung erzeugt.

Mittels der Funktion Distributieren erfolgt schließlich die Verteilung der Module über die Software ONGUM, was ein Archivieren, Restoren und Nachgenerieren zur Folge hat. Bei allen Funktionen stehen den Usern vielfältige Hilfe-Panels zur Verfügung.

10           Qualitätssicherung von COBOL-Sourcen

Herr Alexy gab zunächst einige Kennzahlen zur RBG  und nannte dann die Qualitäts­ziele, die in der RBG an die Softwareentwicklung gestellt sind. Die RBG ist ein ge­nos­senschaftliches Dienstleistungszentrum der Informations- und Kommunikations­technik mit 840 Mitarbeitern, 588 Banken und ca. 40.000 Terminals.

Eine wesentliche Forderung an die Softwarequalität ist, daß qualitätssichernde Maß­nahmen zum frühest möglichen Zeitpunkt realisiert und abgenommen werden müssen. Zwischen Pflichtenheft, Fachdesign, Systemdesign, Realisierung und Test steht die Code-Inspection. Durch offenen und ehrlichen Umgang miteinander und sogenannte Road-Shows wurde eine hohe Userakzeptanz erreicht. Für Weiter- und Neuentwicklung sowie Reengineering wurde mithilfe spezieller Metriken großer Nutzen erzielt.

Die Mc. Cabe’sche Zahl etwa mißt die Anzahl der GoTo’s,  die Halstead’sche Zahl ist eine Maßzahl für die Wartbarkeit von COBOL-Programmen. Leitlinie ist stets die ei­genverantwortliche Selbstkontrolle durch die Entwickler. In der Pilotphase wurde mit wenigen Usern begonnen, und ein positives Feedback war die Entscheidungsgrundlage für den Breiteneinsatz ab Juni 1999.

Kundenwünsche werden stets entgegengenommen, bewertet und realisiert durch einen COBOL-Richtlinienausschuß. Somit wurde eine hohe Akzeptanz erreicht, da die Richt­linienkonformität bewiesen ist, positive und negative Veränderungen aufgezeigt werden können und die Entwickler aktiv in die Gestaltung der Metriken eingebunden sind.

Künftig geplant ist eine automatisiertes Messen bei Compile und Link und eine auto­matisierte Qualitätskontrolle bei der ENDEVOR-Freigabe. Ferner will man sich auch der Qualitätssicherung von JAVA-Sourcen widmen.

11           Herr Hoffmann, Herr Thiele, Herr Löffel: REXX-Spezialitäten

Herr Hoffmann regte mögliche Workshop-Themen für die nächste DENK an. Die Teil­nehmer favorisierten diese Themen bis zum Ende der Konferenz zu folgendem Ergeb­nis:

Thema:

Rang

Anzahl Nennungen

Performance

1

17

Exits

4

8

Security

5

7

Prozessoren

2

15

Package Processing

4

8

LSERV/LSQL

2

15

ENDEVOR-Reporting

3

12

 

Danach gaben die drei Referenten folgende Tips:

Ø             Ein ESI-Trace ist im Batch möglich dur Einfügen des DD-Statements //EN$TRESI  DD SYSOUT=*
im Online wird ESI-Trace mit dem Befehl ALLOC  DD(EN$TRESI)  DA(*) aktiviert (am Ende der REXX bitte FREE  DD(EN$TRESI) nicht vergessen.

Ø             Das Testen von RACF-Rechten ist möglich über eine Testversion BC1TNEQT des Moduls BC1TNEQ (dort neue Test-Class, etwa CA$NDVT definieren).

Ø             Der RDEF-Befehl ermöglicht es, RACF-intern eine andere Datenbank anzu­sprechen (etwa bei System-Überlastung oder bei Testzwecken)

Ø             Anstatt mit den üblichen Befehlen kann der LSERV auch mit dem Befehl /F LSERV,READ STOP, wobei "STOP" ein Member in der Parm-Datei des LSERV ist, das die folgenden Zeilen enthält:

DISPLAY ALL
SHUTDOWN

Damit werden vor dem Stop alle Statistiken des LSERV aufgelistet. Die Stati­stiken sind wichtig, um für eine verbesserte Performance die Buffer-Counts für häufig benutzte Dateien zu optimieren.

Der Display-Befehl ist auch auf der Console im laufenden Betrieb möglich:

/F LSERV,DISPLAY ALL.

Ø             Folgende undokumentierte Symbolics können genutzt werden:

* C1SYSLOAD         ->        Prozessor-Loadlibrary          (aus C1GP0000)

* C!SYSLIST ->        Prozessor-Listlibrary            (                     )

* C1CCIDDS                        ->        CCID-Dataset                       (aus BC1PINIT)

* C1MACLIB           ->        MACLIB                               (                     )

* C1PKGDS              ->        Package-Dataset                  (                     )

Ø             Herr Hoffmann empfahl das Anlegen einer Datei VARIN mit den Zuweisungen aller bekannten Symbolics (etwa C1ELEMENT = ‘&C1ELEMENT‘). Diese können dann in einer REXX in einem Prozessors einfach eingelesen werden, und mit dem Interpret-Befehl hat man dann alle Symbolics als Variable mit jeweils aktuell gültigen Werten zur Verfügung.

Ø             eine weitere REXX 'ISINGRP' zur RACF-Abfrage

Ø             eine Lotus-Notes-Datenbank mit allen PTFs für ENDEVOR/OS390 wird auf der Homepage zur Verfügung gestellt.

Ø             Herr Thiele verwies noch auf ein Tool zum Allokieren von Elibs

Ø             Herr Löffel regte an , die geplante Internetseite der DENK zu forcieren. Er hat zu diesem Thema erste Überlegungen vorgestellt: Die geplante Adresse sollte in einen öffentlichen Bereich (allgemeine Infos) und einen geschlossenen Bereich  (Teilnehmerliste, Hand-Outs) aufgeteilt werden. In dem öffentlichen Bereich sollten auch die genannten REXXen zu finden sein.

12           Herr Krupna, Herr Raitz:   SW-Change-Prozess bei der DG BANK

Herr Krupna stellte zunächst die DG BANK als Finanzverbund mit einer addierten Bi­lanz­summe von 1.615 Mrd. DM vor. Sie betreut 1.100 Kreditgenossenschaften und ist Zentralbank für die 17 genossenschaftlichen Sparda-Banken. Ferner fungiert sie als Konzernmutter der Allfinanzgruppe. Der Konzern ist die mitgliedsstärkste Wirt­schaftsorganisation in Deutschland und befindet sich unter den Top 5 in allen Finanz­segmenten.

Herr Krupna ging danach auf den Konzernbereich „Organisation und Informatik“ (OI) ein. Die Aufgaben des Bereiches teilen sich auf in „Organisatorische Unterstützung“, „TECHNIK“, „Innovation“ und „PROJEKT-Management“. Teil des Bereiches OI ist auch die Organisationseinheit Changemanagement. Im Hostbereich gehört dazu die Administration von ENDEVOR, im Client/Server-Umfeld wird das Tool ClearCase ge­nutzt.

Herr Raitz ging im weiteren Verlauf ein auf die ENDEVOR-Technik bei der DG BANK. ENDEVOR ist hier eingeteilt in 7 Environments, 65 Systeme, 250 Subsysteme, es gibt 158 Typen (nicht einheitlich über alle Systeme), 376 Prozessorgruppen und mehr als 200.000 Elemente. Die ENDEVOR-Environments heißen QSF (Anwendungs­ent­wicklung), QS (Integrationstest), WART (Wartung), EME (Emergency), PROD (Pro­duktion), GADPROD (Produktion GAD-Anwendungen) und ARCHIV (Archivie­rung).

Im Laufe der Zeit  wurden erhebliche Optimierungen bei den Prozessoren vorge­nommen: Gab es früher 1200 an der Zahl, gibt es derzeit nur noch ca. 50. Die Pro­zessorbausteine wurden von 500 auf ca. 100 reduziert, und die Verwaltung erfolgt heute in einem Environment. Derzeit gibt es maximal 1 Prozessor je Typ (über alle Stages), früher waren es pro Prozessorgruppe eigene Prozessoren. Jeder Prozessor  arbeitet in allen Stages und nutzt eine Konkatenierung für Compile und Link.  

Hinsichtlich des Einsatzverfahrens gibt es mehrere technische Zielsysteme je Teststufe (2 Lpars, 3*CICS, 6*IMS, 9*ISPF) und mehrere produktive Zielsysteme (2 Lpars, 1*CICS, 2* IMS, 4*ISPF) mit dem Ziel einer flexiblen Verteilung.

Die ENDEVOR-Definitionen werden verwaltet in DB2-Tabellen per ISPF-Oberfläche. Es erfolgt eine automatische Generierung von Batch-Administrations-SCL auf Basis der DB2-Tabellen. Eine manuelle Administration erfolgt nur im Notfall. Dadurch wurden Aufwand und Fehlerrate reduziert.

Ferner ist eine ENDEVOR-Shell zum Beantragen von Elementnamen, für Retrieve, Up­date, Generate, Signin und für die Auftragssatzerstellung für die Freigabe realisiert.

Zukünftig geplant ist ein Informatik-Test-Center, ein Spiegel der ENDEVOR-Elemente im DB2 (Elementkatalog) mit Echtzeitaktualisierung durch die Exits 02 und 03, eine neue ENDEVOR-Oberfläche auf Basis DB2, ein DB2-XREF-System sowie eine Ver­fahrensangleichung HOST <-> Dezentrale Welt.

13           Verwaltung von JCL bei der Informatik Kooperation

Frau Thiel stellte die Informatik-Kooperation vor als zweitgrößten IT-Dienstleister in der deutschen Sparkassenorganisation, zuständig für 125 Sparkassen, 30 Mio. Konten, mit 10 Mio. Transaktionen pro Tag. Die Informatik-Kooperation wurde 1969 gegründet, hat eine Bilanzsumme von 304 Mio. DM und beschäftigt 844 MitarbeiterInnen.

Gründe für die Verwaltung der JCL-Objekte unter ENDEVOR waren die Versionierung, revisionssichere Dokumentation und die Vereinheitlichung der Verfahren. Dazu wurde die 125 Sparkassen zu 11 Produktionsgruppen zusammengefaßt, ein Produktionseinsatz erfolgt gruppenweise. Spezifisch für jede Produktionsgruppe sind eigene Hardware, ei­gene Bibliotheken, eine eigenes DB2-Subsystem sowie eine Gruppen-DB2-Tabelle und eine Instituts-DB2-Tabelle.

Im ENDEVOR gibt es hier 7 Environments, die beiden Systeme INR (für institutsspe­zifische Elemente) und GRUPPE (für gruppenspezifische Elemente) sowie die Typen JOB, PROC, INCLUDE und SYSIN. Bei ENDEVOR-Aktionen wird REXX-gesteuert ein bereits vorhandenes Übergabeverfahren genutzt. Dieses Übergabeverfahren ersetzt die Variablen in den Mustersourcen durch entsprechende Werte und regelt die Vertei­lung der überarbeiteten Sourcen auf die Zielbibliotheken. Dies geschieht etwa beim Ge­nerate. Bei der Move-Aktion wird nach dem Source-Management wieder ein Gene­rate angestoßen und somit wieder auf die Zielbibliotheken verteilt, die verteilten Ele­mente der Abgabestage werden dabei nicht gelöscht. Dies geschieht jedoch bei einer ex­pli­ziten Delete-Aktion. Das Ergebnis des Generate auf den Produktionsbiblioheken ent­hält zusätzlich einen eingefügten ENDEVOR-Footprint.

14           Ins and Outs of ACMQ

Herr van Kan schilderte das neue Feature ACMQ (ab ENDEVOR-Release 3.8) als ex­trem schnelle Möglichkeit, Komponenteninformationen aus ENDEVOR zu gewinnen. Typische Fragestellungen wie „Wo wird Element ... gerufen ?“ oder „Was wird alles ge­rufen von ...?“ werden damit beantwortet, Nachteile der bekannten Methoden  BX (nur ein Level der Tiefe, nur die Frage „Was wird alles gerufen von ...?“)  und  List Ele­ments...where (schlechte Performance, nur die Frage „Wo wird Element ... gerufen?“) werden damit behoben.

Als nächstes ging Herr van Kan auf sogenannte Linear Datasets ein. Dieses sind VSAM-Datasets mit 4K-Blocks und sie sind extrem schnell. Linear Datasets können bearbeitet werden mit IDCAMS (Delete, Define, repro, Print, ...) und User-Programmen wie ACMQ. ACMQ nutzt diese Datasets: Es gibt ein ROOT-Dataset, das alle Elemente beinhaltet, und ein XREF-Dataset mit allen Relationen zwischen den Elementen im ROOT. Im ROOT-Dataset sind alle logischen Sätze 128 Bytes lang, es gibt 6 logische Satz-Typen und gelöschte Sätze als Free Slots. Das XREF-Dataset beinhaltet alle Rela­tionen in Form vom 6 Byte Sätzen.    Zur Implementation müssen ROOT- und XREF-DSN in die C1DEFLTS eingetragen werden und der Parameter ACMIDXUP muß auf Y gesetzt werden für synchrones Update bei ENDEVOR-Aktionen. Mittels des Jobs BC1JACMD  müssen ROOT- und XREF-Dataset angelegt und initialisiert werden. Als Faustregel für die Space-Berechnungen gilt: 32 Elemente pro Record im ROOT-File und 1 CYL für 123000 Relationen im XREF-File. Alle Datensätze müssen im ersten Extend genügend Space haben. Schließlich müssen ROOT- und XREF-File mittels des Jobs BC1JACML erstmalig geladen werden. Dieser Job kann sehr lange laufen und sollte ggf. in kleinere Teile aufgeteilt werden.

Abschließend gab Herr van Kan noch einige Performanceempfehlungen: Für Linear Da­ta­sets sollten keine secondary Extends zugelassen werden, der Job BC1JACMO zum ORPHDEL sollte regelmäßig ausgeführt werden (um ROOT-File-Sätze ohne Parent und ohne Child, sogenannte Orphans, zu entfernen) und REXXe zum Zugriff sollten mit dem Job BC1JACRX compiliert werden.

15           Bericht von CARE und CA-World 1999

Herr Flügel berichtete, daß es auf der CA-World mehr "Software zum Anfassen" gab als je zuvor. So wurde etwa Roboter aus Lego-Steinen und Visualisierungen vorgestellt. Im Bereich CCM wurden die neuesten Release der Produkte ENDEVOR/OS390, CCC/Harvest, ENDEVOR/WS, und CA/UNICENTER TND (the Next Dimension) prä­sentiert. CA machte die Aussage, daß LSERV weiterhin ein strategisches Produkt ist.

Die CARE tagte 2 Tage vor der CA-World, in diesem Rahmen traf sich die I-NUGE, die Internationale Usergroup for Endevor. In Diskussionen mit CA im Rahmen der CARE wurde erreicht, daß das Release CA ENDEVOR 3.7 bis Ende 2000 in der War­tung bleibt. Ohne diese Diskussion wäre die Wartung für Release 3.7.2 bereits im März 2000 ausgelaufen.

Auf der nächsten CARE im April 2001 werden wieder 4 DARs an CA herangetragen werden. Die DARs werden jedes Jahr von der I-NUGE zusammengestellt und priori­siert. Die wichtigsten DARs zu Zeit sind:

Ø             Historisierung von MOVE-Daten

Ø             Eine von Systemdefinitionen unabhängige Type-Sequence

Ø             Unterstützung von "Not Equal" in SCL

16           Themen und Termin der nächsten DENK

Die 11. DENK findet am 08./09.03.2001 statt. Als Ort wird ein OPEL-Konferenz-Zen­trum angestrebt. Frau Ritthammer wird dies abklären. Sollte dies nicht möglich sein, wird ein Hotel im Großraum Frankfurt/Main gesucht.

Als Themen für die nächste DENK wurden genannt:

·               Vista Success Story, Herr Schröder

·               Eigene Implementierung (LBS Münster), Herr Zerfas

·               Conscan Utility, Herr van Kan

·               ENDEVOR Batch Interface (Wiener ALLIANZ), Herr Radman

·               ENDEVOR API, Herr Flügel

·               Synchronisation ENDEVOR / PVCS via MQSeries, Herr Lahme

·               Homepage Erfahrungen, Herr Löffel

·               Package Shipping (Deka Bank), Herr von Melle

Düsseldorf, 17.04.2000

Dr. Andreas Karst.

Vorträge

Vortragende(r) Thema Handyout

  
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1               Begrüßung / Organisatorisches

Herr Flügel eröffnete die 10. DENK mit der Begrüßung der Teilnehmer und stellte Herrn Porschen als stellvertretenden Chairman vor. Als weitere Mitwirkende bei der Organisation der DENK begrüßte er Herrn Dr. Karst, Herrn Hoffmann und Herrn Raitz.

Herr Köhler (CA) stellte sich kurz als Leiter von „Support and Consulting“ vor und be­grüßte als CA-Kolleg(inn)en Herrn Edward Glover, Herrn Jan van Kan, Herrn Säckel, Herrn Miltenberger, Frau Kollet und Frau Ritthammer.

2               Vorstellung neuer ENDEVOR-Nutzer

Als neue ENDEVOR-Nutzer konnten begrüßt werden:

Ø             ITERGO Informationstechnologie GmbH  

Ø             GenoRZ

Ø             Commerzbank

Ø             Landebausparkasse Stuttgart

Ø             Landesbank Hessen-Thüringen Girozentral .

3               Neues von CA / Neues zu ENDEVOR

Herr Glover ging in seinem Vortrag auf folgende Punkte ein:

·               CA’s CCM Strategie

·               ENDEVOR/MVS Release 3.8

·               ENDEVOR/OS390 Release 3.9

·               ENDEVOR/OS390 Release 4.0

·               ENDEVOR Workstation

·               Enterprise Change and Configuration Management

·               Zusätze im Web

Die drei Produkte ENDEVOR/OS390, CCC/Harvest und Unicenter TNG bilden die Grundlage der generellen CA CCM Strategie. Die Zielrichtung geht auf Plattform-über­greifende Applicationen, die über Web-Zugriff quasi von überall bedient werden können.

Neue Features von ENDEVOR/MVS Release 3.8 sind haupsächliche der ESI Support für Pa­kete mit unbeschränkter Approveranzahl, eine neue API sowie ACM-Verbesse­rungen und ein CA-Netman Interface. Ferner stehen eine Schnittstelle zu Unicenter TNG, eine optionale PTF Tabelle, zusätzliche Prozessor Symbolics, die Möglickeit der Prozessor­gruppenanzeige auf der Element Selection List sowie die Möglichkeit der SMP/E In­stallation zur Verfügung. Zu den Highlights des Genlevel 9903 gehören die Möglichkeit des QuickEdit Recovery, die Package Option für Quick Edit, PDM Long Record Support, CA Examine Integration sowie verbesserte Footprint Validierung.

ENDEVOR/OS390 Release 3.9 bietet VSAM RLS (Record Level Sharing) Support, Full-Image Delta Format sowie Wegfall der „99999“ Restriktion (Lines of code). Ferner wird die API um den Support für Element Actions und das Element-Locking für Pakete erweitert. Es gibt Element- und Package Prompt Panels (wenn Namen vergessen) und einen ENDEVOR Agenten in Richtung TNG. Überdies ist die Performance von ACMQ deutlich verbessert und die Integration mit CCC/Harvest unterstützt. Das Installieren wird ver­einfacht, es wird eine case sensitive Suchoption geben und ein ESORT-Se­lection List Sort Command (wie man es vom ISPF her kennt). Release 3.9 wird bis Mitte des Jahres Beta.

Für ENDEVOR/OS390 Release 4.0 ist ein Element Katalog geplant und es werden lange Elementnamen unterstützt. Ferner gibt es einen UNIX System Services Support und einen API-Support für Paketaktionen. Herr Glover ging etwas näher auf den Ele­ment Katalog ein: Er ist realisiert als ein neues VSAM KS/DS Dataset pro Site und speichert alle Elemente in allen Stages. Er wird synchron bei Element Aktionen ak­tua­lisiert und wird Basis für zukünftige Features wie „Multiple Signout“ , „Integrated PDM“ und „Automated Notification“. Die langen Elementnamen sind Grundlage für Nicht-Mainframe Typen und die Integration von CCC/Harvest. Sie erfordern einen ei­genen Element Katalog, aber keine MCF Conversion. Auch HFS-Datasets (Hirarchical File System) für UNIX auf OS/390 werden unterstützt durch einen sogenannten File I/O Layer.

ENDEVOR Workstation Release 7.1 ist seit Januar 2000 GA, in diesem Release wurden einige Bugs behoben. Geplant für Release 8.0 ist ein ENDEVOR Workstation Assistent, eine Approve­möglichkeit, ein neues Display Element Reporting Facility sowie eine neue Installation. Ein Upgrade auf Sybase Adaptive Server Anywhere ist erforderlich.

Das Enterprise Change and Configuration Management focussiert sich auf die Platt­formunabhängigkeit, sei es nun UNIX, Windows oder OS/390. Die Admini­stration wird zentralisiert und Zugriff kann über das Web praktisch von überall erfolgen. ENDEVOR-Pakete und Harvest-Pakete können assoziiert werden zu sogenannten Enter­prise-Packages, die nur ausgeführt werden können, wenn beide Seiten approved haben. Herr Glover kündigte Demos auf der CA-World 2000 an und verwies auf das Total Client Care unter der Internetaddresse http://support.cai.com.

4               SCM-Anforderungen des CMM bei der Citibank Privatkunden AG

Frau Hackmann-Peters stellte das CMM (Capability Maturity Model) allgemein vor als Methode zur Messung der Qualität der Softwareentwicklung mit dem Ziel „Pro­duktqualität durch Prozeßqualität“. Das oberste CMM-Level, das ein Unternehmen er­reichen kann, ist das sogenannte „Maturity Level“ mit folgender Untergliederung:

Level 5:                Optimizing

Level 4:                 Managed

Level 3:                 Defined

Level 2:                 Repeatable

Level 1:  Initial

Das SCM (Software Configuration Management)  hat als Ziel die „Integrität der Soft­ware-Produkte über den gesamten Life Cycle“ und will Anworten geben über die ak­tu­ellen Konfigurationen, den Status von Modulen, die Änderungen von Modulen und deren Auswirkungen. SCM ist mehr als nur die Versionierung von Programmen.

Als zentrale Anforderungen des CMM an das SCM bei der Citibank nannte Frau Hack­mann-Peters:

·               Identification:

­       von Konfigurationsobjekten und Konfigurationen durch eindeutige Benennung der Struktur des Softwaresystemes (Prozeßsicht und Produktsicht)

­       Identifizierung der Abhängigkeiten

·               Baselining:

­       Bezugssystem für weitere Entwicklungen

­       Sichern der Arbeitsergebnisse zu angemessenen Zeitpunkten

·               Configuration Change Control:

­       definierter Änderungsprozeß mit Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten

­       Impactanalyse, Konsistenz und Abhängigkeiten

­       Tracking von Änderungsanforderungen bis zur Durchführung

·               Status Accounting:

­       Übersicht über die aktuelle Baseline für alle

­       Verfolgung von Änderungen durch den gesamten Life Cycle

­       Protokoll über Status und Historie der KM-Objekte und ihrer Änderungen

·               Software Library mit Änderungskontrolle und Zugriffsschutz

5               ENDEVOR-Release-Wechsel bei der C&N

Die C&N Touristic AG ist eine gemeinsame Tochter der Lufthansa und Karstadt-Quelle AG., mit je 90 % Beteiligungen an der NUR TOURISTIC GmbH und der Condor Flug­dienst GmbH.

Herr Porschen stellte kurz die ENDEVOR-Umgebung bei der C&N vor: Den Ent­wicklern stehen für den Normalfall zwei Environments Q (Qualitäts Sicherung) und  P (Produktion) zur Verfügung, die durch die Map Q1 ð Q2 ð P1 ð P2 verbunden sind. Parallel dazu gibt es für den Notfall ein weiteres Environment Z mit der Map Z1 ð Z2 ð P2. Die Entwickler nutzen ENDEVOR über eine eigene Benutzeroberfläche.

Die Prozessoren stehen in den Stages Q2 (deren Prozessor-Lade­bi­bliothek mit dem System CFG verknüpft werden) und P2 (diese Pro­zessor-Ladebibliothek wird vom Sy­stem NUR verwendet).

Bei der Vorbereitung für ein neues ENDEVOR-Release bei C&N Touristic AG werden zunächst für das Test-ENDEVOR die neue C1DEFLTS generiert und neue MCFs an­ge­legt. Anschließend werden neue Dateien für Prozessor-Includes, -Source, -Load und Pro­zessor-Listing angelegt.  Aus dem produktiven ENDEVOR werden mittels Build-SCL alle Systemdefinitionen ausgelesen und in das Test-ENDEVOR eingespielt. Hier­nach wird die Test-Prozessor-Ladebibliothek aus der produktiven kopiert, die Pro­zes­soren selbst über Archive/Restore in das Test-ENDEVOR eingespielt und ENDEVOR-Batch-Jobs mit neuer Conlib / Authlib als Steplib versehen. Ferner werden in alle nö­tigen REXXen und Skeletons die neuen Bibliotheken zum Testen eingebaut.

Beim Test selbst wird sowohl auf dem Normal- als auch auf dem Notfall-Pfad je Typ und Prozessorgruppe ein Element bis nach P2 geschoben, sowohl Batch als auch online. Ferner wird der Prozessorgruppenwechsel, häufig benutzte Reports sowie Transfer, Ar­chive und Restore getestet.

Nach erfolgreichem Test werden die Test-Elemente wieder gelöscht bzw. archiviert und Prozessor-Änderungen gegenüber dem produktiven System abgeglichen. Vor der Mi­gration werden die Bibliotheken des produktiven ENDEVOR gesichert und die Be­nutzeroberfläche abgeschaltet. Der Inhalt der produktiven Bibliotheken wird gelöscht und der Inhalt der Test-Bibliotheken in die produktiven Bibliotheken kopiert. Evtl. Än­de­rungen an Prozessoren werden produktiven ENDEVOR nachgezogen. Nach exem­plarischem Durchspielen eines Musterfalles wird die Benutzeroberfläche wieder freige­geben.

6               Totale Transparenz der Applicationen

Herr Schröder von der Allen Systems Group, Inc., stellte das Produkt ASG-Vista (Cross-Referenz mit Windows-Oberfläche) vor, mit Hilfe derer eine weitgehend komplette Übersicht erzeugt werden kann, wie die Applicationen und Systeme verbunden sind und wie sie zusammenarbeiten.

Mit Hilfe sogenannter Daten-Collectoren werden die bestehenden Sourcen wie z.B. Daten­banken, Jobs, Dateien, Transaktionen und Schedulers eingesammelt, ge­scannt und analysiert und in einer gekapselten ORACLE-DB gespeichert. Über eine GUI, ähn­lich dem "Windows-Explorer" können die Informationen dann visualisert werden. Da die Sourcen, zwar graphisch aufbereitet, auch editiert werden können, ist eine Transfer­möglichkeit zurück auf den HOST vorgesehen.

Es ist geplant, neben der Mainframe neue Plattformen wie z.B. UNIX, VSE und Win­dows zu integrieren. Ferner sollen die Produkte JCLPREP, Source­Save, PVCS und MMR/CMR integriert und ein Anschluß an das Web realisiert werden.

7               Anregungen / Kritik zur Denk

·               Protokolle etc. sollen demnächst nur noch per E-Mail verschickt werden.

·               Ein Mail-Briefkasten des DENK-Vorstandes sollte eingerichtet werden.

·               Eine Homepage gibt es bislang nur unter den CA-Usergroups, geplant ist eine ei­gene.

·               Die Anregung, mehrere parallele Sessions anzubieten (technische<->metho­dische), wurde zunächst mehrheitlich abgelehnt, sollte aber bis zur nächsten DENK nochmals überdacht werden. Es wurde der Vorschlag gemacht, wahlfreie Vorträge evtl. an den Anfang oder das Ende der DENK zu legen.

·               Es sollten auch Themen vorgestellt werden, die über das Kernthema ENDEVOR hinausgehen (wie etwa CCM im Client/Server-Umfeld und ähnliches).

·               Die DARs sollten wieder aufgenommen werden, sofern sich jemand dazu bereit erklärt, diese zu verwalten.

8               Referenzkunden-Programm von Computer Associates

Frau Kollet stellte sich kurz als Leiterin des Referenzkunden-Programms von CA vor. Weltweit gibt es etwa 4800, in Deutschland rund 80 Referenzkunden. Frau Kollet ging näher auf die Möglichkeiten ein, wie man als Referenzkunde von CA auftreten kann und wie man auf diese Weise sogenannte Bonuspunkte sammeln kann.

Unterlagen fürs Referenzkunden Programm finden sich unter www.denk-online.de.

9               Vorstellung der Implementierung u. eigenen Oberfläche incl. Distribution bei der Landesbank Hessen-Thüringen

Herr Thiele stellte die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) kurz als Kopfinstitut der hessischen und thüringischen Sparkassenorganisationen vor. Etwa 200 Mitarbeiter ent­wickeln in Mainframe und Client/Server-Bereich Software. Als Kernel des  CCDM (Change-, Configuration- and Distribution-Management) wird ENDEVOR/MVS 3.72 genutzt, Natural-Objekte werden mit dem Zusatztool E/Nat 2.1.1 verwaltet. Für die C/S-Elemente wird CCC/Harvest genutzt.

Als Ziele des CCDM nannte Herr Thiele:

·               Erhöhte Flexibilität durch schlanken Entwicklungsprozess

·               Verringerte Fehlerquote in Produktion

·               Höhere Transparenz während des Lifecycles

·               Nutzung von Standardsoftware

·               Ablösung einer Eigenentwicklung

Herr Thiele stellte kurz den Entwicklungsprozess (Stages und Maps) vor. Neben einem Hauptentwicklungs-Zweig, bestehend aus 4 Stages auf dem Entwicklungsrechner und 3 Stages auf dem Produktionsrechner, existieren ein Notfall-Zweig (zwei Extra-Stages) und ein Parallel-Zweig (zwei weitere Stages).

Der erste Compile der Sourcen erfolgt schon außerhalb ENDEVORs mittels  Proze­duren in private Loadlibs. Um Elemente aus ENDEVOR zu retrieven, wurde eine eigene Funktion Holen geschaffen. Dabei wird zusätzlich ein Batch-Job abgeschickt, der ein Transfer aus Produktion zurück in die erste Stage ausführt.

Für den ADD wurde eine weitere Funktion Einstellen geschaffen, bei der zwar die La­demodule außerhalb ENDEVORs gelöscht werden, jedoch nicht die Sourcen. Kon­text­bezogene Online-Hilfen auf den Panels stehen den Entwicklern zur Verfügung.

Ein weitere Funktion wurde mittels Neu-Definieren geschaffen, wobei ein Element­name mittels eines Dummy-Objektes reserviert wird. Bei der Namensvergabe finden Prüfungen statt.

Die Funktion Verschieben ist zu verstehen als Move eines ganzen Auftrages (mittels eines temporären Paketes wird auch ein CAST durchgeführt. Bei Natural wird das PreDict zu Hilfe genommen). Bei der Funktion Verschieben zur Freigabe wird Paket­ver­arbeitung genutzt, jedoch nicht die Approve-Funktionalität. Der Schutz der Ak­tionen er­folgt hier über RACF. Bei der Ausführung wird eine zusätzliche Element-Liste zur au­tomatischen Nachgenerierung erzeugt.

Mittels der Funktion Distributieren erfolgt schließlich die Verteilung der Module über die Software ONGUM, was ein Archivieren, Restoren und Nachgenerieren zur Folge hat. Bei allen Funktionen stehen den Usern vielfältige Hilfe-Panels zur Verfügung.

10           Qualitätssicherung von COBOL-Sourcen

Herr Alexy gab zunächst einige Kennzahlen zur RBG  und nannte dann die Qualitäts­ziele, die in der RBG an die Softwareentwicklung gestellt sind. Die RBG ist ein ge­nos­senschaftliches Dienstleistungszentrum der Informations- und Kommunikations­technik mit 840 Mitarbeitern, 588 Banken und ca. 40.000 Terminals.

Eine wesentliche Forderung an die Softwarequalität ist, daß qualitätssichernde Maß­nahmen zum frühest möglichen Zeitpunkt realisiert und abgenommen werden müssen. Zwischen Pflichtenheft, Fachdesign, Systemdesign, Realisierung und Test steht die Code-Inspection. Durch offenen und ehrlichen Umgang miteinander und sogenannte Road-Shows wurde eine hohe Userakzeptanz erreicht. Für Weiter- und Neuentwicklung sowie Reengineering wurde mithilfe spezieller Metriken großer Nutzen erzielt.

Die Mc. Cabe’sche Zahl etwa mißt die Anzahl der GoTo’s,  die Halstead’sche Zahl ist eine Maßzahl für die Wartbarkeit von COBOL-Programmen. Leitlinie ist stets die ei­genverantwortliche Selbstkontrolle durch die Entwickler. In der Pilotphase wurde mit wenigen Usern begonnen, und ein positives Feedback war die Entscheidungsgrundlage für den Breiteneinsatz ab Juni 1999.

Kundenwünsche werden stets entgegengenommen, bewertet und realisiert durch einen COBOL-Richtlinienausschuß. Somit wurde eine hohe Akzeptanz erreicht, da die Richt­linienkonformität bewiesen ist, positive und negative Veränderungen aufgezeigt werden können und die Entwickler aktiv in die Gestaltung der Metriken eingebunden sind.

Künftig geplant ist eine automatisiertes Messen bei Compile und Link und eine auto­matisierte Qualitätskontrolle bei der ENDEVOR-Freigabe. Ferner will man sich auch der Qualitätssicherung von JAVA-Sourcen widmen.

11           Herr Hoffmann, Herr Thiele, Herr Löffel: REXX-Spezialitäten

Herr Hoffmann regte mögliche Workshop-Themen für die nächste DENK an. Die Teil­nehmer favorisierten diese Themen bis zum Ende der Konferenz zu folgendem Ergeb­nis:

Thema:

Rang

Anzahl Nennungen

Performance

1

17

Exits

4

8

Security

5

7

Prozessoren

2

15

Package Processing

4

8

LSERV/LSQL

2

15

ENDEVOR-Reporting

3

12

 

Danach gaben die drei Referenten folgende Tips:

Ø             Ein ESI-Trace ist im Batch möglich dur Einfügen des DD-Statements //EN$TRESI  DD SYSOUT=*
im Online wird ESI-Trace mit dem Befehl ALLOC  DD(EN$TRESI)  DA(*) aktiviert (am Ende der REXX bitte FREE  DD(EN$TRESI) nicht vergessen.

Ø             Das Testen von RACF-Rechten ist möglich über eine Testversion BC1TNEQT des Moduls BC1TNEQ (dort neue Test-Class, etwa CA$NDVT definieren).

Ø             Der RDEF-Befehl ermöglicht es, RACF-intern eine andere Datenbank anzu­sprechen (etwa bei System-Überlastung oder bei Testzwecken)

Ø             Anstatt mit den üblichen Befehlen kann der LSERV auch mit dem Befehl /F LSERV,READ STOP, wobei "STOP" ein Member in der Parm-Datei des LSERV ist, das die folgenden Zeilen enthält:

DISPLAY ALL
SHUTDOWN

Damit werden vor dem Stop alle Statistiken des LSERV aufgelistet. Die Stati­stiken sind wichtig, um für eine verbesserte Performance die Buffer-Counts für häufig benutzte Dateien zu optimieren.

Der Display-Befehl ist auch auf der Console im laufenden Betrieb möglich:

/F LSERV,DISPLAY ALL.

Ø             Folgende undokumentierte Symbolics können genutzt werden:

* C1SYSLOAD         ->        Prozessor-Loadlibrary          (aus C1GP0000)

* C!SYSLIST ->        Prozessor-Listlibrary            (                     )

* C1CCIDDS                        ->        CCID-Dataset                       (aus BC1PINIT)

* C1MACLIB           ->        MACLIB                               (                     )

* C1PKGDS              ->        Package-Dataset                  (                     )

Ø             Herr Hoffmann empfahl das Anlegen einer Datei VARIN mit den Zuweisungen aller bekannten Symbolics (etwa C1ELEMENT = ‘&C1ELEMENT‘). Diese können dann in einer REXX in einem Prozessors einfach eingelesen werden, und mit dem Interpret-Befehl hat man dann alle Symbolics als Variable mit jeweils aktuell gültigen Werten zur Verfügung.

Ø             eine weitere REXX 'ISINGRP' zur RACF-Abfrage

Ø             eine Lotus-Notes-Datenbank mit allen PTFs für ENDEVOR/OS390 wird auf der Homepage zur Verfügung gestellt.

Ø             Herr Thiele verwies noch auf ein Tool zum Allokieren von Elibs

Ø             Herr Löffel regte an , die geplante Internetseite der DENK zu forcieren. Er hat zu diesem Thema erste Überlegungen vorgestellt: Die geplante Adresse sollte in einen öffentlichen Bereich (allgemeine Infos) und einen geschlossenen Bereich  (Teilnehmerliste, Hand-Outs) aufgeteilt werden. In dem öffentlichen Bereich sollten auch die genannten REXXen zu finden sein.

12           Herr Krupna, Herr Raitz:   SW-Change-Prozess bei der DG BANK

Herr Krupna stellte zunächst die DG BANK als Finanzverbund mit einer addierten Bi­lanz­summe von 1.615 Mrd. DM vor. Sie betreut 1.100 Kreditgenossenschaften und ist Zentralbank für die 17 genossenschaftlichen Sparda-Banken. Ferner fungiert sie als Konzernmutter der Allfinanzgruppe. Der Konzern ist die mitgliedsstärkste Wirt­schaftsorganisation in Deutschland und befindet sich unter den Top 5 in allen Finanz­segmenten.

Herr Krupna ging danach auf den Konzernbereich „Organisation und Informatik“ (OI) ein. Die Aufgaben des Bereiches teilen sich auf in „Organisatorische Unterstützung“, „TECHNIK“, „Innovation“ und „PROJEKT-Management“. Teil des Bereiches OI ist auch die Organisationseinheit Changemanagement. Im Hostbereich gehört dazu die Administration von ENDEVOR, im Client/Server-Umfeld wird das Tool ClearCase ge­nutzt.

Herr Raitz ging im weiteren Verlauf ein auf die ENDEVOR-Technik bei der DG BANK. ENDEVOR ist hier eingeteilt in 7 Environments, 65 Systeme, 250 Subsysteme, es gibt 158 Typen (nicht einheitlich über alle Systeme), 376 Prozessorgruppen und mehr als 200.000 Elemente. Die ENDEVOR-Environments heißen QSF (Anwendungs­ent­wicklung), QS (Integrationstest), WART (Wartung), EME (Emergency), PROD (Pro­duktion), GADPROD (Produktion GAD-Anwendungen) und ARCHIV (Archivie­rung).

Im Laufe der Zeit  wurden erhebliche Optimierungen bei den Prozessoren vorge­nommen: Gab es früher 1200 an der Zahl, gibt es derzeit nur noch ca. 50. Die Pro­zessorbausteine wurden von 500 auf ca. 100 reduziert, und die Verwaltung erfolgt heute in einem Environment. Derzeit gibt es maximal 1 Prozessor je Typ (über alle Stages), früher waren es pro Prozessorgruppe eigene Prozessoren. Jeder Prozessor  arbeitet in allen Stages und nutzt eine Konkatenierung für Compile und Link.  

Hinsichtlich des Einsatzverfahrens gibt es mehrere technische Zielsysteme je Teststufe (2 Lpars, 3*CICS, 6*IMS, 9*ISPF) und mehrere produktive Zielsysteme (2 Lpars, 1*CICS, 2* IMS, 4*ISPF) mit dem Ziel einer flexiblen Verteilung.

Die ENDEVOR-Definitionen werden verwaltet in DB2-Tabellen per ISPF-Oberfläche. Es erfolgt eine automatische Generierung von Batch-Administrations-SCL auf Basis der DB2-Tabellen. Eine manuelle Administration erfolgt nur im Notfall. Dadurch wurden Aufwand und Fehlerrate reduziert.

Ferner ist eine ENDEVOR-Shell zum Beantragen von Elementnamen, für Retrieve, Up­date, Generate, Signin und für die Auftragssatzerstellung für die Freigabe realisiert.

Zukünftig geplant ist ein Informatik-Test-Center, ein Spiegel der ENDEVOR-Elemente im DB2 (Elementkatalog) mit Echtzeitaktualisierung durch die Exits 02 und 03, eine neue ENDEVOR-Oberfläche auf Basis DB2, ein DB2-XREF-System sowie eine Ver­fahrensangleichung HOST <-> Dezentrale Welt.

13           Verwaltung von JCL bei der Informatik Kooperation

Frau Thiel stellte die Informatik-Kooperation vor als zweitgrößten IT-Dienstleister in der deutschen Sparkassenorganisation, zuständig für 125 Sparkassen, 30 Mio. Konten, mit 10 Mio. Transaktionen pro Tag. Die Informatik-Kooperation wurde 1969 gegründet, hat eine Bilanzsumme von 304 Mio. DM und beschäftigt 844 MitarbeiterInnen.

Gründe für die Verwaltung der JCL-Objekte unter ENDEVOR waren die Versionierung, revisionssichere Dokumentation und die Vereinheitlichung der Verfahren. Dazu wurde die 125 Sparkassen zu 11 Produktionsgruppen zusammengefaßt, ein Produktionseinsatz erfolgt gruppenweise. Spezifisch für jede Produktionsgruppe sind eigene Hardware, ei­gene Bibliotheken, eine eigenes DB2-Subsystem sowie eine Gruppen-DB2-Tabelle und eine Instituts-DB2-Tabelle.

Im ENDEVOR gibt es hier 7 Environments, die beiden Systeme INR (für institutsspe­zifische Elemente) und GRUPPE (für gruppenspezifische Elemente) sowie die Typen JOB, PROC, INCLUDE und SYSIN. Bei ENDEVOR-Aktionen wird REXX-gesteuert ein bereits vorhandenes Übergabeverfahren genutzt. Dieses Übergabeverfahren ersetzt die Variablen in den Mustersourcen durch entsprechende Werte und regelt die Vertei­lung der überarbeiteten Sourcen auf die Zielbibliotheken. Dies geschieht etwa beim Ge­nerate. Bei der Move-Aktion wird nach dem Source-Management wieder ein Gene­rate angestoßen und somit wieder auf die Zielbibliotheken verteilt, die verteilten Ele­mente der Abgabestage werden dabei nicht gelöscht. Dies geschieht jedoch bei einer ex­pli­ziten Delete-Aktion. Das Ergebnis des Generate auf den Produktionsbiblioheken ent­hält zusätzlich einen eingefügten ENDEVOR-Footprint.

14           Ins and Outs of ACMQ

Herr van Kan schilderte das neue Feature ACMQ (ab ENDEVOR-Release 3.8) als ex­trem schnelle Möglichkeit, Komponenteninformationen aus ENDEVOR zu gewinnen. Typische Fragestellungen wie „Wo wird Element ... gerufen ?“ oder „Was wird alles ge­rufen von ...?“ werden damit beantwortet, Nachteile der bekannten Methoden  BX (nur ein Level der Tiefe, nur die Frage „Was wird alles gerufen von ...?“)  und  List Ele­ments...where (schlechte Performance, nur die Frage „Wo wird Element ... gerufen?“) werden damit behoben.

Als nächstes ging Herr van Kan auf sogenannte Linear Datasets ein. Dieses sind VSAM-Datasets mit 4K-Blocks und sie sind extrem schnell. Linear Datasets können bearbeitet werden mit IDCAMS (Delete, Define, repro, Print, ...) und User-Programmen wie ACMQ. ACMQ nutzt diese Datasets: Es gibt ein ROOT-Dataset, das alle Elemente beinhaltet, und ein XREF-Dataset mit allen Relationen zwischen den Elementen im ROOT. Im ROOT-Dataset sind alle logischen Sätze 128 Bytes lang, es gibt 6 logische Satz-Typen und gelöschte Sätze als Free Slots. Das XREF-Dataset beinhaltet alle Rela­tionen in Form vom 6 Byte Sätzen.    Zur Implementation müssen ROOT- und XREF-DSN in die C1DEFLTS eingetragen werden und der Parameter ACMIDXUP muß auf Y gesetzt werden für synchrones Update bei ENDEVOR-Aktionen. Mittels des Jobs BC1JACMD  müssen ROOT- und XREF-Dataset angelegt und initialisiert werden. Als Faustregel für die Space-Berechnungen gilt: 32 Elemente pro Record im ROOT-File und 1 CYL für 123000 Relationen im XREF-File. Alle Datensätze müssen im ersten Extend genügend Space haben. Schließlich müssen ROOT- und XREF-File mittels des Jobs BC1JACML erstmalig geladen werden. Dieser Job kann sehr lange laufen und sollte ggf. in kleinere Teile aufgeteilt werden.

Abschließend gab Herr van Kan noch einige Performanceempfehlungen: Für Linear Da­ta­sets sollten keine secondary Extends zugelassen werden, der Job BC1JACMO zum ORPHDEL sollte regelmäßig ausgeführt werden (um ROOT-File-Sätze ohne Parent und ohne Child, sogenannte Orphans, zu entfernen) und REXXe zum Zugriff sollten mit dem Job BC1JACRX compiliert werden.

15           Bericht von CARE und CA-World 1999

Herr Flügel berichtete, daß es auf der CA-World mehr "Software zum Anfassen" gab als je zuvor. So wurde etwa Roboter aus Lego-Steinen und Visualisierungen vorgestellt. Im Bereich CCM wurden die neuesten Release der Produkte ENDEVOR/OS390, CCC/Harvest, ENDEVOR/WS, und CA/UNICENTER TND (the Next Dimension) prä­sentiert. CA machte die Aussage, daß LSERV weiterhin ein strategisches Produkt ist.

Die CARE tagte 2 Tage vor der CA-World, in diesem Rahmen traf sich die I-NUGE, die Internationale Usergroup for Endevor. In Diskussionen mit CA im Rahmen der CARE wurde erreicht, daß das Release CA ENDEVOR 3.7 bis Ende 2000 in der War­tung bleibt. Ohne diese Diskussion wäre die Wartung für Release 3.7.2 bereits im März 2000 ausgelaufen.

Auf der nächsten CARE im April 2001 werden wieder 4 DARs an CA herangetragen werden. Die DARs werden jedes Jahr von der I-NUGE zusammengestellt und priori­siert. Die wichtigsten DARs zu Zeit sind:

Ø             Historisierung von MOVE-Daten

Ø             Eine von Systemdefinitionen unabhängige Type-Sequence

Ø             Unterstützung von "Not Equal" in SCL

16           Themen und Termin der nächsten DENK

Die 11. DENK findet am 08./09.03.2001 statt. Als Ort wird ein OPEL-Konferenz-Zen­trum angestrebt. Frau Ritthammer wird dies abklären. Sollte dies nicht möglich sein, wird ein Hotel im Großraum Frankfurt/Main gesucht.

Als Themen für die nächste DENK wurden genannt:

·               Vista Success Story, Herr Schröder

·               Eigene Implementierung (LBS Münster), Herr Zerfas

·               Conscan Utility, Herr van Kan

·               ENDEVOR Batch Interface (Wiener ALLIANZ), Herr Radman

·               ENDEVOR API, Herr Flügel

·               Synchronisation ENDEVOR / PVCS via MQSeries, Herr Lahme

·               Homepage Erfahrungen, Herr Löffel

·               Package Shipping (Deka Bank), Herr von Melle

Düsseldorf, 17.04.2000

Dr. Andreas Karst.